Was ich 2013 (nicht) gelernt habe

Was für ein Jahr! Ich bin Bestzeiten gelaufen, habe aber auch empfindliche Einbrüche erlebt. Meinen ersten Halbmarathon habe ich wegen Glatteis abgesagt, meinen ersten echten Zehner, die City Nacht in Berlin, wegen 39 Grad Hitze. Und vor allem habe ich wieder einiges gelernt. Übers Laufen an sich und über mich selbst ganz besonders. Die Höhe- und Tiefpunkte 2013:

Was habe ich gelernt?

Schmerzhaft habe ich gelernt, dass ich einfach keinen Meter mehr laufen sollte, wenn ich mich ein bisschen verletzt oder krank fühle. Drei Wochen vorm Marathon zwickte es in meinem rechten Fuß, aber ich wollte ja unbedingt noch einen langen Lauf absolvieren – und durfte als Belohnung für diesen Ehrgeiz zwei Wochen lang von einem Arzt zum anderen humpeln. Später lief ich mit einem kleinen Kratzen im Hals doch noch einen Zehner, den der geht ja immer – zur Strafe lag ich dann eine Woche flach.

Mit Genuss habe ich gelernt, dass ich auch mal einen Wettkampf bewusst ruhig laufen kann. Herrlich die letzte Volkslaufrunde des Jahres in Westergellersen, ein lockerer Zehner – nach gut 500 Metern wusste ich, dass ich weder Lust auf noch Kraft für tolle Zeiten mitgebracht hatte. Herrlich der Dialog im Ziel: „Saffti, du bist doch bestimmt unter 45 gelaufen.“ Hmmhmm… „Was? Über 50?“

Mit einigen Jahren Verspätung habe ich gelernt, dass Bahntraining selbst einen alten Sack wie mich schneller werden lässt und sogar Spaß macht. Meine ersten Bahneinheiten im Spätfrühling hatten, vornehm formuliert, mit schnellem Laufen so viel zu tun wie Usain Bolt mit Kugelstoßen. Aber wer so lahm ist, der muss zwangsläufig mit ein bisschen Training schneller werden. Mein vielleicht schönster Laufaugenblick in diesem Jahr waren die letzten paar Meter beim Halbmarathon in Oldenburg, als ich tatsächlich noch mit einem kleinen Sprint Hunderttausende von Zuschauern zum Rasen brachte.

Was habe ich nicht gelernt?

Einen Marathon vernünftig einteilen. In Düsseldorf bin ich die erste Hälfte mal wieder viel zu optimistisch angegangen, brauchte dann für die zweite Hälfte exakt 6:19 Minuten länger.

Auf Schnee schnell laufen. Da stamme ich schon aus dem Harz, und im vergangenen Winter gab es wahrlich genügend Gelegenheiten, sich mit dem Schnee vertraut zu machen. Genutzt hat es trotzdem nichts. Vielleicht sollte ich es bei Temperaturen unter 0 Grad lieber mit Skilanglauf versuchen.

Vorm Frühstück trainieren. Nüchternläufe sollen ja so effektiv sein – ich kriege es doch nicht hin. Den jüngsten Versuch wollte ich gleich mit dem Brötchenkauf verbinden – ich war noch so verschlafen, dass ich glatt am Bäcker vorbeigelaufen bin.

Was will ich 2014 lernen?

Zahlen sind so wichtig für viele Läufer. Ich habe 2013 meinen 1000. Lauf absolviert, der gleichzeitig mein 50. Wettkampf war. In meiner fleißigsten Woche bin ich Ende März 77 Kilometer gelaufen, in meinen beiden faulsten Wochen jeweils 0. Die kürzeste Trainingseinheit war 3,6 km lang, die längste 32,68 km. Mein Tempo schwankte zwischen 4:28 und 5:58 Minuten/km. Wenn ich bis Silvester fleißig bin, müsste ich meine Vorjahressumme von 2420 km knapp übertreffen. Aber: Ist das alles nicht eigentlich total egal? Ich will im kommenden Jahr, um im Bild zu bleiben, auch mal fünf gerade sein lassen und nicht so sehr auf die Zahlen achten. Gezählt wird natürlich auch der allergemütlichste Genusslauf weiterhin…

Beitragsbild: geralt/pixabay

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