Ein alter Freund, der keine Fragen stellt

Laufpuristen hören natürlich niemals Musik beim Sport. Sie wollen eins sein mit der Natur, die Vöglein zwitschern hören etc. Meinetwegen. Ich muss gestehen, dass ich mir manche Runde ohne meine Knöpfe im Ohr kaum ausmalen möchte. Gerade die längeren, ruhigen Sololäufe – wären die öde ohne musikalische Untermalung.

beastie-boys-sabotage-sketch-1-1-1Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich sonst kaum zum Musikhören komme. Ich hasse Radiogedudel im Hintergrund, all die Hits aus den Achtzigern und von heute, all die aufgekratzten Moderatoren und Möchtergern-Comedians. Ich fahre kaum Auto, ganz selten mal allein – und wenn, dann nehme ich mir ein paar CDs mit, um die richtige Musik fürs Laufen herauszufiltern.

Wenn ich schnell laufe, etwa auf der Bahn, ist Musik für mich tabu. Wenn ich mit anderen oder gegen andere laufe, erst recht. Wenn ich in unbekannten Gefilden mit drohendem Straßenverkehr unterwegs bin, ist mir mein Leben im Zweifelsfall wichtiger als die musikalische Untermalung. Aber sonst? Ich habe einen ganz einfachen MP3-Player mit aktuell zirka 500 Stücken drauf und drücke dann die Zufalltaste mit tollsten Effekten. Wenn auf Joy Division Helge Schneider folgt oder Jaylib auf die Eels, dann wird’s wenigstens nie langweilig.

„Musik ist wie ein alter Freund, der keine Fragen stellt.“ Ein hübsches Zitat von Nelly Furtado. Mit solchen Freunden laufe ich doch am liebsten, wenn gerade keine zweibeinigen zur Verfügung stehen.

Da Runner’s World leider immer noch nicht bei mir angerufen hat, um meine Playlist der Welt zu vermitteln, notiere ich meine sieben aktuellen Lieblingslaufstücke selbst an dieser Stelle:

MF Doom – Doomsday

Zum Aufwärmen rappt das gnadenlos geniale Metallgesicht zu Klängen von Sade. Geht nicht? Geht ab! MF Doom taucht später noch einmal als 50 Prozent von Madvillain wieder auf.

Sonic Youth – Karin Revisited

11:17 Minuten Gänsehautgarantie für Freunde des gepflegten Noise Rock. So abwechslungsreich, dass man gar nicht die fünf Hügel merkt, die man schon wieder bewältigt hat.

Beastie Boys – Sabotage

Nun aber Vollgas! Wer bei „Sabotage“ nicht ins Schwitzen kommt, der sollte dringend mal nachprüfen, ob er noch einen Puls spürt. Ganz groß geht übrigens diese Liveversion ab.

Madvillain – Accordion

Ein kurzes, entspanntes Stück vom allerbesten Hip-Hop-Album aller Zeiten.

M.I.A. – Bad Girls

Nun aber wieder etwas mehr Tempo! Auch für Bad Boys gut geeignet.

Kendrick Lamar – Money Trees

Hip-Hop vom Allerfeinsten. Hier laufe ich nicht mehr, sondern schwebe.

Wilco – One Sunday Morning

Auslaufen. Meine Lieblings-Rock-Alternative-Country-Wasweißich-Band kann’s auch ruhig.

Beitragsbild: pixelio/Lisa Spreckelmeyer

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