Die erste Runde ist immer die schwerste

Habe ich damals vier Gehpausen eingelegt – oder waren es sogar acht? Habe ich für die fünf Kilometer Richtung Ebensberg und zurück eine Stunde gebraucht – oder doch länger? Wie viele Tage hielt der Muskelkater an? Ein historisches Ereignis jährt sich heute zum siebten Mal: meine erste Laufrunde. Und ehe diese Pioniertat endgültig vergessen wird, kann ich heute sogar ein Video meiner ersten Gehversuche präsentieren.

Wieso hatte ich mir eigentlich überhaupt Laufschuhe gekauft? Ich hatte mir gerade ein paar Wochen zuvor das Rauchen abgewöhnt, daraufhin noch ein paar Kilo zugelegt, mich daher im Fitnessstudio angemeldet. Dafür brauchte ich noch ein paar atmungsaktive Klamotten – und kam mit einem paar Laufschuhe aus dem Sportfachgeschäft heraus. Ein klassischer Spontankauf, denn zuvor hatte ich ein Verhältnis zum Laufen wie Angela Merkel zu harten Oppostionsbänken.

Hatte ich irgendeinen Plan? Nö. Ich bin einfach losgelaufen. Was ich damals so laufen nannte. Im kleinen Wäldchen zwischen dem Meisterweg und dem Ebensberg geht’s langsam, aber kontinuierlich bergauf. Und mit meiner Verfassung ging es radikal bergab. Bis zur Bank knapp zwei Kilometer von meiner Haustür entfernt kam ich noch ohne Pause, danach musste ich alle paar hundert Meter verschnaufen.

Das machte wirklich keinen Spaß. Offenbar bereitete mir der Blick auf die Waage aber noch weniger Freude, und ich startete wieder Richtung Ebensberg. Ein drittes und ein viertes Mal. Mutig betrat ich nun auch im Fitnessstudio das Laufband und freute mich, wenn ich nicht nur zehn, sondern sogar zwölf Minuten am Stück durchhielt.

Verletzungen, Unfälle, Dauerregen

Was haben mir die sieben Jahre seitdem gebracht? Zweimal bin ich umgekippt (einmal dummerweise bei meinem ersten Marathon). Verletzt habe ich mich am Fuß, Knöchel und im Oberschenkel, jeweils wahrscheinlich durch Überlastung. Einmal habe ich im Halbdunkeln richtig schön auf die Fresse gelegt – lange Hose und Knie waren hinüber. Vom Halbmarathon im Schnee über Dreißiger im strömenden Regen bis zum Marathon bei 26 Grad im nicht vorhandenen Schatten habe ich alle möglichen Leiden erlebt.

Erlebt habe ich aber vor allem die kleinen Fortschritte, die sich zu großen Erfolgen summierten: der erste Volkslauf nach knapp fünf Monaten, der erste 19-km-Lauf nach einem Jahr, der erste Marathon nach zwei Jahren. Aber vor allem: Ich habe so viele tolle Leute übers Laufen kennengelernt, denen ich sonst wohl nie begegnet wäre.

Danke euch allen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s