20 Allwetter-Kilometer

Es gibt traumhaft schöne, idyllisch gelegene, unvergessliche Laufrunden. Und es gibt diese praktischen Runden, die man einfach läuft – und gut ist. Meine Ilmenau-Kanal-Runde gehört definitiv zur zweiten Sorte. Sie ist fast exakt 20 Kilometer lang, lässt sich auch bei Matsch oder Schnee bewältigen, bietet am Anfang ein paar Treppen und als Einleitung des letzten Drittels einen fiesen Hügel. Und vor allem: Ich laufe einmal über die Straße – und danach muss ich mich (abgesehen von einer Ampel) gut 19,9 Kilometer nicht mehr um den Straßenverkehr kümmern.

20 Kilometer läuft man in der Regel nicht nur zum Spaß, sondern weil man einen längeren Wettkampf vor der Brust hat. Monatelang habe ich diesen Kurs ignoriert, jetzt im Vorfeld eines Halbmarathons habe ich sie wiederentdeckt. Startpunkt für mich ist die Haustür am Lüneburger Meisterweg, doch ebenso gut könnte man zum Beispiel beim Anker in Bardowick, am Golfplatz in Adendorf oder am Schiffshebewerk vor Scharnebeck losrennen.

Sobald ich über die Fußgängerbrücke am Kloster Lüne drüber bin, warten 5 idyllische Kilometer entlang der Ilmenau – der alte Treidelweg, auf dem man trotz seiner Attraktivität nur wenige Läufer trifft.

Die Lungen rasseln auf dem Weg zum Kanal

Am Ende dieses Wegs kommt man in Bardowick an. Nun geht’s nach rechts auf den Radweg – und das mehr als 6 Kilometer lang. Auf der linken Seite passieren wir den Bardowicker Schützenplatz, rechts ist dann Adendorf eher zu erahnen als zu sehen – abgesehen vom Golfplatz. Und dann geht’s hoch Richtung Elbe-Seitenkanal. Der asphaltierte Weg ist nur gut 600 Meter lang, lässt aber die Lungen rasseln, wenn man hier richtig Gas gibt.

Den Kanal verlassen wir schon nach gut 2,5 Kilometern, über den Ebensberg gehen wir wieder nach Hause. Wobei der Ebens-„Berg“ tatsächlich eine kleine, aber gemeine Steigung beinhaltet – wer schon 17 Kilometer in den Knochen hat, springt halt nicht mehr wie ein junges Reh durch den Wald. Der Rest ist aber Ausrollen.

Die Strecke ist selbstredend auf jogmap archiviert. Und wenn die Waldböden mal besonders aufgeweicht oder zugeschneit sind, gibt es diese fast exakt gleich lange Alternative entlang der Kreisstraße über Erbstorf.

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