Jetzt also Düsseldorf

Silvester machen viele Leute dumme Dinge. Ich habe mich für den Marathon in Düsseldorf am 28. April angemeldet. Sechs, sieben Frühjahrsläufe standen anfangs zur Wahl. Mal passte der Termin nicht, mal war das Vergnügen einfach zu teuer. Und auf unsere Landeshauptstadt Hannover hatte ich nicht wirklich Lust. Jetzt also Düsseldorf.

Zweimal in meinem Leben weilte ich für jeweils ein paar Stunden in Düsseldorf. Einmal als Kind mit Eltern und Schwesterchen vor irgendeinem Mittelmeer-Urlaub. Weil unser Flugzeug so früh startete, haben wir in einem Zimmer irgendwo in Düsseldorfs Innenstadt übernachtet. Zum ersten Mal spürte ich, was Großstadtlärm ist. Und das zweite Mal 2000, als die Fortuna noch im Rheinstadion spielte und den Lüneburger SK in der Regionalliga empfang. Die Fortunen-Fans hatten sich aufgrund der grottigen Leistungen ihrer Kicker in den Wochen zuvor auf einen Boykott der ersten Viertelstunde verständigt, dummerweise fiel das 1:0 aber schon nach zwei Minuten – und plötzlich jubelten alle Anhänger wieder auf ihren angestammten Plätzen. Die Partie endete übrigens 2:0, und nach der Saison stiegen beide Teams in die Viertklassigkeit ab.

Vielleicht endet mein dritter Besuch nicht in einer sportlichen Katastrophe, vielleicht prangt dann die Startnummer 3183 vom Metro Group Marathon bald auf meinem Seitenkopf. Vielleicht finde ich sogar Mitstreiter aus der Region oder zumindest Leute, mit denen man sich in Düsseldorf treffen kann, mit denen man auch ein gemeinsames Quartier suchen kann. Noch bin ich Einzelkämpfer. Wer das ändern mag, kann mich unter andreas at safft.de gern anmailen. Ich würde gern schon am Freitag anreisen, wahrscheinlich mit der Bahn.

Kurven über Kurven - und doch werden es wieder exakt 42,195 km sein.

Kurven über Kurven – und doch werden es wieder exakt 42,195 km sein.

Muss ich noch für Düsseldorf Reklame machen? Okay: Mit knapp 3000 Finishern war dieser Lauf im Vorjahr der siebtgrößte deutsche Marathon. Die Strecke ist abgesehen von zwei Rheinüberquerungen flach wie ein Pfannkuchen, und die Stimmung auf den Straßen soll rheinisch-ausgelassen sein. Auf der Strecke sieht man alles, was man von Düsseldorf gesehen haben muss. Auch wenn Kölner oder Mönchengladbacher sicher gern spotten, dass dazu die übliche Distanz eines Bambinilaufs vollkommen ausreichen würde.

Ganz nebenbei muss ich mir wieder Gedanken um einen Trainingsplan machen. Wenn ich Apeldoorn am 3. Februar hinter mir habe, sind es noch genau zwölf Wochen bis Düsseldorf – das sollte passen. In den vergangenen Wochen bin ich meist einmal rund 18 bis 20 Kilometer für die Grundlagenausdauer unterwegs gewesen, heute habe ich schon 22 geschafft und war danach hundemüde. Bis Apeldoorn werde ich hoffentlich 27 Kilometer durchhalte und ein paar Berge in Angriff nehmen, so ich denn Berge in der Umgebung von Lüneburg finde.  (Zumindest die Straße „Blinder Berg“ in Scharnebeck habe ich gerade entdeckt – und sie war wirklich nicht ganz flach.) Und dann? Soll ich wieder auf einen selbstgebastelten Plan vertrauen, es wieder nach Steffny oder mal nach Marquardt versuchen? Soll ich gar Greif … ?  Nee, es gibt wirklich sehr viele wichtigere Dinge als eine neue Marathon-Bestzeit, auch wenn mir gerade nichts einfällt.

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