Alles außer Hamburg

Ein City-Marathon ist gut fürs Ego, ein Landschaftslauf gut für die Seele. Der Spruch ist nicht von mir, gefällt mir aber sehr und hat auch ein bisschen meine Planung fürs kommende Jahr beeinflusst. Eigentlich wollte ich im kommenden Frühjahr irgendwo einen schönen, großen Marathon im Ausland laufen. Zürich, Wien und Rotterdam standen zur Auswahl – tja, und letztlich ist es etwas ganz anderes geworden…

Ziele muss der Mensch haben. Ich lauf‘ ja gern. Aber noch viel lieber laufe ich, wenn ich weiß, dass auf mich in absehbarer Zeit irgendwo auf dieser Welt ein schöner Lauf wartet, für den ich auch fit sein will. Dezember, Januar, Februar – es kommen die Monate, in denen es besonders dunkel ist und kalt sein kann, in denen man manchmal doch einen kräftigeren Tritt in den Hintern braucht. Mein Tritt heißt Jahresplanung. Wochenlang habe ich überlegt, wann und wo ich am besten und schönsten laufen kann. Und innerhalb von 24 Stunden habe ich mich wieder komplett umentschieden.

Alles außer Hamburg, das stand schon fest. Nicht, weil es beim Marathon in Hamburg in diesem Jahr nervend war, ganz im Gegenteil. Tolle Stimmung, wunderschöne Strecke, Bestzeit – Hamburg ist schon eine Perle. Aber bisher hatte ich einen Grundsatz: Ich lauf‘ keine Strecke zweimal, weil es noch so viele wunderbare andere Städte gibt. Zürich, Wien und Rotterdam zum Beispiel. Ich verglich Flugpreise und Streckenprofile, Unterkunftsmöglichkeiten und Urlaubspläne. Und konnte mich einfach nicht entscheiden.

Impression aus Apeldoorn 2012. Foto: runningdorus

Anfang Februar, so viel wusste ich immerhin, habe ich noch ein paar Tage Resturlaub. Vielleicht kann ich den mit einem kleinen Lauf verbinden? Zwei, drei Klicks später bin ich schon beim Midwinter Marathon Apeldoorn gelandet. Der isses! Schneegefahr, egal. Das Höhenprofil, das so ganz und gar unniederländisch aussah, eine Herausforderung! Einmal habe ich noch drüber geschlafen, dann war ich schon angemeldet. Und auch der Kommentar einer Freundin aus den Niederlanden („Haha, hier gibts so eine Reklame:  Hoffentlich Apeldoorn versichert“) konnte mich nicht weiter schocken.  Hm, ich werd‘ mir schon nicht während des Laufs eine Police andrehen lassen.

Das Streckenprofi – sieht nicht nach niederländischer Tiefebene aus.

Nun habe ich einerseits ein erstes Ziel, aus das ich hintrainieren kann. Andererseits ist es doch absolut egal, in welcher Zeit ich die Asselronde über 27,5 km (den Marathon trau‘ ich mir so früh doch nicht zu) laufe. Ich kann mir Tempo- und Intervalltraining guten Gewissens sparen, werde mir in Apeldoorn selbst auch Zeit nehmen, statt eine Zeit zu jagen. Und als Training für den nächsten Marathon taugt so ein Lauf vielleicht auch.

Die 42,195 km sollen es im Frühjahr trotzdem doch wieder sein. Ich habe mir erst einmal ganz unspektakulär Düsseldorf herausgesucht, der Vorbereitungsplan steht auch bereits (siehe meine Tourneedaten – wenn ich davon die Hälfte schaffe, bin ich auch schon glücklich). Dann habe ich etwas für meine Seele und mein Ego getan. Und sehr viel für meine Kondition 😉

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