Recht auf Faulheit

Heute fanden, wie es der Zufall wollte, Marathon-Läufe unter anderem auf Mallorca, in Lübeck, Dresden und Amsterdam statt – exakt die vier Rennen, die ich in den vergangenen vier Jahren mehr oder weniger würdervoll mitgelaufen bin. Und heute? Faul im Bett bis ca. 10 Uhr, nachmittags eine kleine Runde – und kein großer Lauf in Sicht. „Ja, läufst du denn überhaupt noch“, fragte mich schon mancher besorgt. Klar doch.

Im April 2012 habe ich eigentlich schon alles geschafft für dieses Jahr. Neue Bestzeiten im Halbmarathon und Marathon, jeweils der erste unter 1:40 bzw. 3:30 Stunden. Aber dann hatte ich auch erst einmal genug von Trainingsplänen, Tempodauerläufen und langen Läufen, ließ es lockerer angehen. Ende Mai sagte ich mir: „Im Juni muss ich aber mal wieder ein bisschen mehr Gas geben.“ Ende Juli schwor ich mir: „Im August muss ich aber mal wieder mehr machen.“ Jetzt sage ich mir: Ich muss gar nichts. Ich tu gern etwas für meine Fitness und Gesundheit, ich freue mich auch, wenn ich ein bisschen schneller und ausdauernder werde. Aber übers Knie brechen muss ich gar nichts.

„Dreimal eine Stunde pro Woche laufen, das reicht völlig. Alles andere ist übertriebener Ehrgeiz“, sagte mal ein Arzt (oder ein ehemaliger Läufer?). Mein Körper dankte es mir doch, dass ich nach den anstrengenden ersten vier Monaten es etwas ruhiger angehen ließ. Zu viele Geschichten habe ich von Läuferinnen und Läufern gehört, die ihren Sport etwas zu verbissen ausübten, jetzt wegen irgendwelcher chronischer Verletzungen oder chronischer Lustlosigkeit aufgehört haben. Und selbst der gnadenloseste Laufcoach weiß, dass die Erholungsphasen auch ein wichtiger Bestandteil eines jeden Trainingsplans sind. Oder dass es gut für Körper und Seele ist, auch mal andere Sportarten auszuprobieren.

Alle laufen durch den Vondelpark – und mein Neid läuft ein bisschen mit. Foto: parool.nl

Einen einzigen Volkslauf habe ich seit April mitgemacht und war dort auch ohne Plan gar nicht mal so langsam –  jetzt habe ich allmählich wieder Blut geleckt und freue mich richtig auf die nächsten Aufgaben. Wenn mit dem Urlaub und dem Training alles gut geht, dann klappt das entweder in exakt 24 oder 25 Wochen mit dem nächsten Marathon. Wenn nicht, dann halt später. Morgen verreise ich aber erst einmal mit meinem Sohnemann für ein paar Tage. „Die Laufschuhe nimmst du aber nicht mit“, befahl er mir. Versprochen. Und gebloggt wird auch nicht.

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